Neues Jessica Gall Album "Picture Perfect" ab heute erhältlich

6. Januar 2017 - 7:58 -- Oliver
Picture Perfect

Ab heute im Handel: Das neue Jessica Gall-Album "Picture Perfect". 

Erhältlich u.a. bei amazon und iTunes.

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„Das Leben“, sagt Jessica Gall, „ist doch schon laut genug“. Den zweiten Teil des Satzes muss sich ihr Gegenüber dazu denken, was allerdings kein großes Ding ist. „Da muss meine Musik“, so hätte er auf sicher gelautet, „das nicht auch noch sein.“ Ist sie auch nicht. Aber intensiv, eindringlich, kaum je wieder zu vergessen, das ist sie schon, und zwar mehr denn je. Mit „Picture Perfect“ hat die Berlinerin jetzt ein Album eingespielt, welches im Vergleich zu seinen Vorgängern und konträr zu seinem Titel in absolut positivem Sinne erfreulich unperfekt klingt. Zumal dann, wenn man aus der Bundeshauptstadt ein urbanes Werk erwartet hatte.

Jessica Gall lächelt, „wahrscheinlich ist das Gegenteil der Fall, oder?“ Ja, genau. Aber warum nur? „Das Erste, was ich morgens sehe“, sagt die Sängerin, „ist ein Garten mit Apfelbäumen und vielen Vögeln.“ Anders gesagt: Sie wohnt nicht sehr zentral in Berlin. „Das schafft bei mir ein Bedürfnis“, so Gall weiter, „diese Weite auch erklingen zu lassen in meinen Songs, zumindest eine Ahnung davon sollte es geben.“ Ihr Bedürfnis, Weite erahnen und in Klang übergehen zu lassen, habe in den letzten Jahren zugenommen. Platz und Weißraum in ihrer Musik seien ihr zunehmend wichtig geworden, „beides inspiriert mich eigentlich schon seit meiner Kindheit. Auf dem neuen Album versuchen wir nun, so reduziert wie möglich zu klingen.“ Damit seien sie und ihre Musiker schon relativ weit gekommen, „aber für meinen Geschmack liegt noch ein Stück des Weges vor uns.“ Und das „wir“ im vorletzten Satz meint nicht zuletzt auch sie und ihren Ehemann Robert Matt, der nicht nur als Produzent und Arrangeur für das Album mitverantwortlich zeichnet, sondern mit dem Jessica auch Kompositionen und Texte erarbeitet. Auch ihrer Stimme ist der neue Freiraum anzumerken. Vor ein paar Jahren noch hatte sie eine feuilletonistisch eher unverdächtige Tageszeitung zur „sanftesten Stimme Deutschlands“ ernannt. „Damals“, sagt Jessica Gall, „fand ich das nett formuliert.“ Inzwischen allerdings gehe sie viel mehr aus sich heraus, „weil ich besonders auf der Bühne irgendwann gemerkt habe, dass ich weit mehr als sanft sein kann.“ Zwar schreie und kreische sie noch immer nicht, „aber ich halte mich auch nicht länger im Flüsterton zurück. Und ich habe nun einmal eine ziemlich tiefe Stimme.“

Wurden ihre ersten Alben noch einigermaßen unbeirrt in die Kategorie Jazz einsortiert, dürfte das inzwischen selbst dem unbedarften Plattenhändler schwerfallen. Sie selbst, sagt Jessica Gall, interessiere die Einordnung nicht allzu sehr, „mich inspiriert eher, überhaupt Musik machen zu können und zu dürfen. Ich bin gern abwechslungsreich, und so höre ich auch privat Musik. Das reicht von Lady Gaga bis zu Joni Mitchell, Tom Waits oder Ella Fitzgerald. Was mich am ehesten anspricht, ist ein guter Text.“

Von eben diesen strotzt ihr Album nun. Wohl auch deshalb, weil es in genau jenem Umfeld entstand, das Jessica Gall sich wünschte. Das Werk sei in Zusammenarbeit mit ihrem Mann entstanden, „wir fangen einfach beide an zu schreiben, zum Glück findet die Arbeit komplett in unserem Haus statt.“ Das mit den Apfelbäumen und den Vögeln im Garten, „sogar unser Studio ist dort untergebracht – was es natürlich umso einfacher für uns und unsere Kinder macht.“ Fast hört man Erleichterung in ihrer Stimme. „Dann kommt die Band hinzu“, sagt Jessica Gall. Das sind neben Robert Matt an Piano und Programming Johannes Feige (Gitarren), Björn Werra (Bass) und Martell Beigang (Schlagzeug). „Sie spielen alles live ein und haben große Anteile am Resultat“, so Jessica Gall, „weil ich mit ihr meine und Roberts Vorgaben ausprobiere und kritisch begutachte.“ 

www.jessicagall.de

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